Schwarzbrot und Rübengrün

Bis zu dem Moment, in dem ich versucht habe, herauszufinden, was Rübenkraut eigentlich auf Französisch heißt, ist mir nie aufgefallen, wie merkwürdig dieses Wort ist …
Alles, was ich bei meiner Recherche fand, war eine lange zurückliegende Diskussion in einem französischen Kochforum, in welcher eine Französin, die Schwarzbrot backen wollte, um ihrem deutschen Freund eine Freude zu machen, sich fragte, was das überhaupt sei. Die (naheliegende!) Vermutung dort lautete, es handele sich wohl um das Grün der Rübe, das gehackt und unter den Teig gemischt werde. Leider hat sie nicht berichtet, was aus ihrem Versuch geworden ist …

Der meine ist geglückt, was mich umso mehr gefreut hat, als ich mir das Backen von Schwarzbrot sehr kompliziert vorgestellt hatte.

Man benötigt:
200 g Sauerteig
100 g Dinkelschrot
250 g Roggenvollkornmehl
100 g Hafervollkornflocken
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Leinsamen
15 g Salz
1 EL Rübenkraut
400 ml Wasser, lauwarm

Den Sauerteig habe ich mit dem Roggenmehl, dem Dinkelschrot und der kompletten Wassermenge verrührt und bis zum nächsten Tag gehen lassen.
Auch nachdem man die restlichen Zutaten zugefügt hat, ist der Teig immer noch erschreckend nass, aber man muss tatsächlich kein weiteres Mehl zufügen: Es funktioniert auch so! In einer geölten Kastenform geht er noch ein weiteres Mal, bis er zu deren Rand emporgestiegen ist.

Dann wird das Brot bei 230 Grad 40 bis 50 Minuten gebacken.
Da in den allermeisten Öfen die Hitze nicht gleichmäßig ist, wird die Form nach der Hälfte der Backzeit gedreht.
Sobald das Brot fertig ist, lässt es sich leicht aus der Form stürzen und klingt hohl, wenn man auf den Boden klopft.

Wer mag, gibt eine Handvoll Haselnüsse in den Teig. Sehr fein ist aber auch eine Mischung aus Walnüssen und gehackten Datteln!

Iris

2 Gedanken zu “Schwarzbrot und Rübengrün

  1. Liebe Iris,
    wenn ich das gewusst hätte, seit den 80er Jahren backe ich dann und wann Schwarzbrot selbst, ziemlich genau nach dem Rezept. Es freut mich, dass es so gut geklappt hat und offenbar auch schmeckt. Biete gerne an, Biofragen aller Art zu beantworten, wenn ich kann, denn ich gehöre zur Gernation Müsli-Man, die sich damals (auch bei den JungdemokratInnen) immer wieder damit lächerlich machte. Bin immer noch völlig fasziniert, wie daraus der aktuelle Mainstream wurde.
    Liebe Grüße nach Durantis!
    Gabriele

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s