Mit Kürbis: Sirup, Stuten und Plätzchen

„Ich muss jetzt erst mal etwas beichten und zwar habe ich noch nie – never ever – in einer bekannten Café-Kette den überaus bekannten Pumpkin Spice Latte getrunken.“, schreibt Kollegin Nina von „Törtchen – Made in Berlin“.
Was soll ich sagen … ich auch nicht! Genau genommen trinken wir überhaupt keinen Latte Macchiato.
Aber Kürbissirup fand ich eine lustige Idee und es war noch jede Menge Kürbis da.

Zuerst habe ich das Originalrezept ausprobiert und kann es wärmstens empfehlen, das ist richtig lecker!
Wenn man den Sirup einfach nur mit Wasser trinken möchte, kommt der leicht weihnachtliche Geschmack allerdings schon ein bisschen schräg rüber. Vor allem im Sommer …
Also habe ich ein bisschen weiter herumprobiert. Der Zuckergehalt bei meiner Variante ist merklich höher, weil ich weit größere Mengen herstelle und der Sirup verlässlich lange halten soll. Für kleinere Mengen kann man sicher auch weniger Zucker nehmen.

Sirup Grundrezept

1 kg Hokkaido
1,5 Liter Wasser
2,5 kg Zucker
50 g Ingwer
50 ml Zitronensaft
Gewürze

Wasser mit dem Zucker aufkochen, Zitronensaft, Ingwer und Gewürze zugeben. Den Ingwer schneide in in Scheiben und stecke ihn in eine Art großes Tee-Ei, damit ich ihn hinterher nicht aus der Pulpe pulen muss.
Den Kürbis schälen, entkernen und raspeln. 20 Minuten in der Zuckerlösung köcheln lassen.
Abkühlen lassen, abseihen und in Flaschen füllen.

Gewürze

Sehr fein finde ich den Sirup mit 10 Sternanisblüten (auch die kommen in ein Tee-Ei) und je einem Teelöffel* Zimt und Kardamom.

Man kann aber auch – in Anlehnung an „goldene Milch“ goldenen Sirup machen.
Hierzu nehme ich 2-3 Teelöffel Kurkuma, je einen Teelöffel Zimt und Kardamom sowie eine Messerspitze gemahlenen schwarzen Pfeffer.
Kurkuma, heisst es, wirkt gegen alle möglichen Erkrankungen bzw. beugt diesen vor – wenn man über den Zucker also einmal großzügig hinwegsieht, ist goldener Sirup regelrecht gesund.
Damit das Curcumin seine Wirkung entfalten kann, sollte es gemeinsam mit Piperin eingenommen werden, einem Bestandteil des Pfeffers – so kommt der ins Rezept.
Das hochwertige Öl, das man aus dem gleichen Grund dazugeben sollte, habe ich mir allerdings wegzulassen erlaubt: Sirup mit Fettaugen geht gar nicht …

* die Teelöffel sind in diesem Fall alle gehäuft

Obwohl ich sehr vorsichtig bin, als ich den Sirup ins Seihtuch gieße, spritzt es – das Nudelsieb, in das ich das Tuch gelegt habe, ist für diesen Zweck ein wenig zu flach. Die Schleckgeräusche zu meinen Füßen bringe ich zunächst dennoch nicht mit meinem Tun in Verbindung: Unter dem Tisch können schließlich keine Spritzer landen. Die kleine Sirupwoge, die offenbar auch aus dem Sieb geschwappt ist, tut das jedoch sehr wohl: Sie hat genau den Spalt in der ausziehbaren Tischplatte getroffen. Mein Hund wähnt sich im siebten Himmel: Es regnet Essen! Dann aber merkt er, dass der Sirup ihm nun auf den Rücken tropft, kommt unter dem Tisch hervor und schüttelt sich kräftig.
Was ich hierzu zu sagen habe, ist nicht zitierfähig …

Ein Kilogramm Kürbis mit der Hand auszudrücken, ist nicht einfach. Stattdessen lege ich das Seihtuch zusammen, setze eine Metallschüssel, die in das Nudelsieb passt, darauf und drücke die Flüssigkeit damit aus der Pulpe. Das geht am besten, wenn man sich mit dem Oberkörper darauf legt. Überflüssig zu sagen, dass die Gerätschaften dazu sehr stabil sein sollten, sonst erreichen die Flüche womöglich eine ganz ungeahnte Qualität.

Glücklicherweise geht dieser Teil gut: Ich fülle den Sirup in Flaschen ab und friere die Pulpe in kleinen Portionen ein, um sie später zu verwenden. Mit ihr kann man zum Beispiel Stuten oder Plätzchen backen.

IMG_23105

Stuten

200 g Kürbispulpe
450 g Weizenmehl
50 g Speisestärke
125 g Sojajoghurt
10 g Trockenhefe
1 EL Rapsöl
1 MSP Salz
warmes Wasser
1 kleine Tasse Rosinen, in heißem Wasser eingeweicht.

Zunächst alle Zutaten bis auf Wasser und Rosinen verkneten. Die Speisestärke ist kein Muss, macht den Stuten (und auch Kuchen!) aber sehr zart. Wasser unterkneten, bis der Teig eine homogene Masse bildet. Einen Klumpen, der sich von der Schüssel löst, bildet er nicht, wenn man Joghurt dazugibt. Das stört aber nicht weiter und bewirkt, dass der Teig sehr schön aufgeht. Zum Schluss kommen die abgetropften Rosinen dazu.
In eine eingeölte Kastenform geben und gehen lassen, bis der Teig sich leicht über den Rand der Form erhebt.
Bei knapp 200° ca. 30 Minuten backen bis sich eine Kruste bildet. Der Stuten ist fertig, wenn er sich leicht aus der Form stürzen lässt und er sich, wenn man auf seinen Boden klopft, hohl anhört.

Weil ich die Pulpe für einen Kuchen, dessen Rezept jedoch noch des Feinschliffes bedarf, in 350 g Portionen eingefroren habe, backe ich aus dem Rest Plätzchen. Bei dem Crunchmüsli handelt es sich genau genommen um die doofen Krümel, die den Bodensatz von Müslipackungen bilden und die niemand wirklich in seinen Joghurt rühren mag. Ein echtes „Resterezept“ also. Die Plätzchen sind nur ganz leicht süß – wer mag, kann noch Zucker zugeben.

Plätzchen

150 g Kürbispulpe
100 g Weizenmehl
50 g Crunchmüsli
1 gestrichener TL Backpulver
Mineralwasser

Die Zutaten mischen und soviel Mineralwasser unterkneten, dass sich mit zwei Löffeln Kleckse formen lassen. Diese mit etwas Abstand auf ein gefettetes Backblech setzen und bei knapp 200° ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun werden.

Iris

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2 Gedanken zu “Mit Kürbis: Sirup, Stuten und Plätzchen

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