Sushi-Brot

Sushi, habe ich mir einmal erzählen lassen, sei ursprünglich Reiseproviant gewesen: Für die Reise habe man sein Essen in Algenblätter eingeschlagen und von den entstandenen Rollen dann kleine Stücke abgeschnitten.
Als ich nachschlage, lese ich dagegen, es habe sich dabei zunächst um eine Konservierungsmethode gehandelt, bei der man rohen Süßwasserfisch in gekochtem Reis fermentiert habe, um so den Fisch haltbar zu machen. Der Reis dagegen war anschließend nicht mehr genießbar.
Wobei das eine das andere natürlich nicht ausschließt.
Die Bezeichnung Sushi-Brot jedenfalls ist mir eingefallen, als ich mit Broten experimentiert habe, die vor dem Backen belegt und eingerollt werden und so ihren Belag in sich tragen. Die eignen sich prima als Proviant, weil sie nicht aufwendig verpackt werden müssen und länger appetitlich bleiben als belegte Brotscheiben.

Da Kartoffelbrot grundsätzlich saftiger ist und sich länger frisch hält, als normales Hefebrot, entscheide ich mich für einen Teig mit Kartoffeln:

200g gegarte und durchgepresste Kartoffeln
500g Dinkelmehl
1 Tütchen Hefe
1 TL Salz
Wasser
1 EL Olivenöl

Zunächst Kartoffeln, Mehl, Hefe und Salz miteinander mischen. Wenn die Kartoffeln dabei noch heiß sind, macht das gar nichts: Hefeteig hat es gerne warm!
Dann etwas warmes Wasser und das Olivenöl unterkneten. Immer erst dann mehr Wasser zugeben, wenn der Teig keine Schmatzgeräusche mehr macht!
Sollte es dennoch zuviel sein, einfach noch etwas Mehl zugeben. Hefeteig ist sehr viel pflegeleichter, als ich immer dachte …
Während der Teig an einen warmen Ort geht, wird die Füllung zubereitet.

Hierfür verwende ich zum Beispiel:

Zwiebeln (fein gewürfelt und geröstet)
„Speckwürfel“
und geriebenen Gruyere

Man kann aber auch prima eine Spinatfüllung wie bei den Piroggen verwenden (uuund: das Brot aus dem Piroggenteig backen – auch das geht wunderbar!):

IMG_23030-web
Spinat
Champignons
Zwiebeln
„Speckwürfel“
Sojasahne
Salz, Pfeffer, Muskat

Spinat, Champignons und Zwiebeln fein hacken und zunächst die Pilze scharf anbraten. Die Zwiebeln kommen später dazu und sollen nur glasig werden. Zum Schluss lasse ich den Spinat in der Pfanne zusammenfallen. Ich lasse die Masse abkühlen, würze mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat und gebe einen Schuss Sojasahne dazu. Anschließend hebe ich noch Speckwürfel unter.

Sogar mit unserem Brotaufstrich aus Oliven und schwarzen Bohnen habe ich schon Brote gefüllt: Klappt!

Den Teig halbieren und auf einem bemehlten Brett je einen langen Streifen (Pi mal Daumen 20 cm breit und 45 cm lang) ausrollen. Wenn sich an den Enden statt gerader Kanten Zungen bilden, macht das nichts. Den Teig anfangs ruhig ein bis zwei Mal wenden, damit beide Seiten Mehl abbekommen. Kartoffelteig neigt etwas mehr als normaler Hefeteig dazu, hierbei festzukleben …

Auf das mittlere Drittel des Streifens die Füllung verteilen. Dann das erste Drittel über die Füllung schlagen und vorsichtig noch ein bisschen weiter ausrollen. Dabei die Kanten etwas einschlagen, damit die Füllung dort beim Backen nicht aus dem Brot quacken kann. Die Wülste, die dabei entstehen, rollt man einfach mit dem Nudelholz wieder platt. Dann den Streifen vorsichtig aufrollen, so dass das letzte Drittel die äußerste Schicht des Brotes bildet.
Auf ein geöltes Bachblech legen und erneut gehen lassen.
Anschließend mit etwas Olivenöl einpinseln und bei 180° ca. 20 Minuten backen bis eine braune Kruste entsteht.

Iris

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Sushi-Brot

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s