Variationen von Sauerkraut und weißen Bohnen

Wenn das Wintergemüse knapp wird, beginnt die „Sauerkraut-Saison“ – davon hatte ich ja bereits berichtet. Und auch Hülsenfrüchte erfreuen sich dann großer Beliebtheit.
Warum also nicht das eine mit dem anderen kombinieren?

Meine Mutter pflegte niederbayerische Neujahrssuppe zu kochen, einen Eintopf aus braunen Linsen, Sauerkraut, Porree und Cabanossi, zu dem man aus mir bis heute unbekannten Gründen unbedingt Sauerrahm geben musste, wenn man sich keine … sagen wir … stark beschleunigte Verdauung zuziehen wollte.
Die cevenole und nunmehr vegane sowie leicht bekömmliche Variante besteht aus grünen Linsen, Sauerkraut und „Speckwürfeln“:

grüne Linsen
Sauerkraut
passierte Tomaten
„Speckwürfel“
Olivenöl
rohe Gemüsebrühe
edelsüßer Paprika
Chili

Die grünen Linsen mindestens 30 Minuten einweichen und knapp gar kochen. Das Sauerkraut kleinschneiden (ansonsten kann man das entweder nur in sehr vertrauter Runde essen, oder aber man muss Löffel und Gabeln reichen – und natürlich Servietten) und mit den Linsen, passierten Tomaten und einem Schuss Olivenöl erhitzen. Wasser zufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit roher Gemüsebrühe, edelsüßem Paprika und etwas Chili abschmecken. Speckwürfel zugeben.
Falls rote Paprika zur Hand sind, passen die gedünstet sehr gut dazu. Porree würde das ganz sicher auch tun, aber mit dessen Anbau haben wir in letzter Zeit echt Pech gehabt …

Dass weiße Bohnen mit Tomatensauce lecker sind, weiß ich: Ich stehe sehr auf „baked beans“!
Ob das dann wohl auch mit Sauerkraut … ?

weiße Bohnen
Sauerkraut
passierte Tomaten
Knoblauch
Oregano
rohe Gemüsebrühe
Pfeffer
Olivenöl

Ich brate das Sauerkraut in Olivenöl an bis es zu bräunen beginnt und gebe dann Tomatensauce dazu.
Diese habe ich aus passierten Tomaten, ganz wenig durchgepresstem Knoblauch, roher Gemüsebrühe, Pfeffer und etwas Oregano zubereitet (und – ich geb’s ja zu! – am Vortag als Pizzasauce verwendet).
Darin erhitze ich dann die weißen Bohnen.
Um der wüsten Mischung ein Krönchen aufzusetzen, serviere ich dazu Polenta. Passt!

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Wüst aussehen tut’s auch … aber versprochen: Das ist lecker!

Und weil ich solchen Spaß an der Kombination habe, probiere ich noch ein bisschen weiter:
Neulich sah ich ein Rezept für süßes Sauerkraut (nun ja, eigentlich eines für Lachs auf süßem Sauerkraut), das mir spannend schien: Ich liebe Karamell …

weiße Bohnen
Sauerkraut
1 Zwiebel
Rohrzucker
Rapsöl
Reis- oder Sojasahne
Salz, Pfeffer

Die im Originalrezept angegebene Zuckermenge macht mir – zugegeben – Angst und ich beginne vorsichtshalber mit 5 Gramm Zucker auf 100 Gramm Sauerkraut, den ich auf kleiner Flamme schmelzen lasse. Da Rohrzucker sowieso braun ist, ist es schwierig, zu sehen, wann er braun wird … gefühlt ist es dann soweit, wenn man Angst kriegt, dass er gleich anbrennt.
Nach einem ersten Probelauf ersetze ich die anschließend zuzugebende Butter durch Rapsöl und stelle fest, dass das tatsächlich einen Unterschied macht: In der Butter löst der karamellisierte Zucker sich auf – vom Öl trennt er sich … Dafür zischt und brodelt es weit weniger dramatisch (bei Butter empfiehlt es sich, den Topf kurz von der Flamme zu nehmen) und spätestens, wenn man die gehackte Zwiebel (die Zwiebel auf dem Foto war eine rote – das war Zufall, aber lecker!) zugibt, ist alles, wie es soll.
Die Zwiebel wird kurz angeröstet, dann kommen das Sauerkraut und etwas später ein ordentlicher Schuß Soja- oder (auch sehr lecker!) Reissahne dazu. Ein paar Minuten köcheln lassen und dann die gegarten weißen Bohnen darin erhitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu gibt es Stampfkartoffeln.

Iris

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