Bohnen in jeder Geschmacksrichtung

… und ein Gericht, das sich „Scheiß mit Reis“ nennt …

In diesem Sommer haben wir probehalber mal ein paar mehr Hülsenfrüchte angebaut: Schwarze Bohnen, weiße Riesenbohnen und Kichererbsen.
Bei letzteren habe ich erst einmal nachgeschlagen, ob es sich überhaupt um Erbsen handelt (Süßkartoffeln sind ja schließlich auch keine Kartoffeln): Die Pflanzen sehen vollkommen anders aus, als bei „normalen“ Erbsen …

Alles ließ sich gut an, bis die Schafe zu einer nicht authorisierten Verkostung in den Garten eingedrungen sind. Zuerst habe ich mir Sorgen um die Tiere gemacht, weil rohe Hülsenfrüchte doch giftig sind und ich mir nicht sicher war, ob das nicht womöglich für die ganze Pflanze gilt. Aber den Schafen ist die Mahlzeit gut bekommen!
Den Pflanzen weniger …
Die Kichererbsen sind – warum auch immer – unbehelligt geblieben, aber alles andere war sorgfältig entlaubt. An den Stangenbohnen, die es leider auch erwischt hat, konnte man ablesen, wie hoch sich selbst Zwergschafe recken können.
Die Schoten immerhin waren noch da, also haben wir sie an den Pflanzen trocknen lassen und dann halt geerntet, was übrig war: Im Falle der weißen Bohnen, die keine Chance gehabt hatten, riesig zu werden und stattdessen eher von Bonsai-Format waren, keine 500 Gramm, aber bei den schwarzen Bohnen war die Ausbeute ganz ordentlich.
Beim Trocknen verdrehen die Schoten sich zu Spiralen, brechen dann auf und schleudern die Bohnenkerne in alle Richtungen. Beim Pulen ebenfalls, weswegen man einen Teil der Ernte zwangsläufig vom Küchenfußboden aufsammelt. Damit sie wirklich trocken sind, kommen die Bohnen anschließend noch in den Solartrockner.

In der Schweiz, haben wir neulich erfahren, werden traditionell auch Stangenbohnen getrocknet nachdem man sie geputzt und blanchiert hat. Gekocht sehen sie dann zwar ein bisschen verknurzelt aus, sind aber durchaus lecker. Und natürlich ist das viel praktischer, als sie wie bisher einzukochen oder im Tiefkühlschrank zu lagern.

Aus schwarzen Bohnen kann man leckere Brotaufstriche machen, sie schmecken aber auch prima mit Reis.

„Scheiß mit Reis“ nun war ursprünglich mal meine Bezeichnung für die Schonkost, zu der allerorten fast reflexhaft geraten wird, wenn Hunde sich übergeben oder Durchfall haben: Reis mit gekochtem Huhn. Was genau der Nutzen ausgerechnet dieser Kombination sein soll, habe ich nie herausfinden können, aber Oskar fand sie dermaßen lecker, dass ich ihn manchmal fast in Verdacht hatte, den Dünnpfiff absichtlich zu bekommen …
Nicht immer hatte ich Huhn vorrätig, zur Not hat es den Reis auch schonmal mit eingeweichtem Dörrfleisch gegeben. Nix für empfindliche Nasen …
„Reis nach Scheiß“ wäre vermutlich zutreffender gewesen.
Gleichwohl: Mit der Zeit hat sich die Alberei verselbständigt und ist zur Bezeichnung für improvisierte Reisgerichte aller Art geworden.

Diese hier ist eine meiner Lieblingsvarianten:

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Eine feingehackte Zwiebel in Olivenöl anschwitzen. Eine halbe Tasse Reis pro Person zugeben und rühren, bis alle Reiskörner mit einem Ölfilm bedeckt sind. Mit Gemüsebrühe aufgießen und garen.
Den Pfiff bringen an dieser Stelle ein bis zwei Teelöffel getrocknete Minze, die mit dem Reis gekocht werden. Je nach Geschmack kann man auch Tomatenmark zugeben.

Paprika putzen und in Streifen schneiden. In Olivenöl kurz anrösten und mit Pfeffer und Salz abschmecken, dann einen Spritzer Zitronensaft zugeben und zugedeckt zuende garen.
Anschließend Reis, gekochte schwarze Bohnen sowie Lamm unterheben.

Iris

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5 Gedanken zu “Bohnen in jeder Geschmacksrichtung

  1. Haha – Scheiß mit Reis und Reis nach Scheiß – eine schöne Herleitung. Ich kenne den Ausdruck zwar und wir benutzen ihn heute noch aber ich weiß eigentlich gar nicht woher er kommt. Sehr amüsant 🙂 . Schön, dass die Schafe wohl auf sind. Faszinierend, dass die die rohen Hülsenfrüchte so gut vertragen haben und wie nett, dass sie euch noch was übrig gelassen haben. 😉
    Liebe Grüße 🙂

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