Auf Umwegen zur Pflaumentorte

Ein Kuchenteig aus Kichererbsen!
Marktfrau Jenny von „vegan & heimatlos“ kommt ja regelmäßig mit originellen Rezepten um die Ecke, aber jetzt staune ich Bauklötze. Das muss ich unbedingt ausprobieren!

Kleinere Widrigkeiten, wie der Umstand, dass ich einen Großteil der restlichen Zutaten nicht vorrätig habe, können mich in solchen Momenten durchaus nicht bremsen: „Travaillez surtout avec les materiaux sur place!“

Ich beschließe, zunächst auszuprobieren, ob ich den Teig hinbekomme.

240g gegarte Kichererbsen
4 EL Agavensirup
1 EL Zitronensaft
6 EL Kokosraspeln
(Kokosmehl hab ich keines da, also versuche ich, ob etwas ähnliches entsteht, wenn man Kokosraspeln im Standmixer püriert. Die Ähnlichkeit hält sich in Grenzen, aber es sieht lustig aus, wenn die Raspeln im Mixer herumwirbeln …)
5 EL Buchweizen
(ob das den benötigten 5 EL Mehl entspricht, weiß ich nicht, ich hoffe jedoch das Beste)
2 EL Speisestärke
1 Tütchen Backpulver
½ Dose Kokosmilch

Kokosöl und -raspeln für die Backform.

Ich püriere die Kichererbsen, und gebe alle flüssigen Zutaten dazu. Dann fülle ich den Teig in eine Rührschüssel um und rühre „Mehl“ und Backpulver unter.
Flüssig ist der Teig jetzt nicht mehr, aber auch nicht so fest, dass man ihn kneten könnte. Ich verstreiche ihn in einer flachen Backform, die ich vorher eingefettet und mit Kokosraspeln ausgestreut habe.
Gebacken habe ich das Ganze 40 Minuten lang bei 180° im unteren Drittel des Ofens. Nach dem Auskühlen konnte ich den Kuchen dann ganz leicht aus der Form heben.

IMG_22656-webAn den Streuseln habe ich mich auch versucht: Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Kuchen Stellen mit einer geringfügig anderen Konsistenz hat …

 

Geschmeckt hat er nicht schlecht, aber in der Tat fehlte da etwas …

Also habe ich mich – jetzt ganz ohne Rezeptvorlage – an einem Belag versucht.

Cashew-Mayonnaise hat eine schöne, cremige Konsistenz und vom Geschmack her sollten Nüsse eigentlich gut passen. Da der Boden aber recht süß ist, sollte unbedingt auch etwas säuerliches dabei sein. Da bieten sich die Zwetschgen an, die wir gerade geerntet haben …

Ich probiere also folgendes

50g Cashewnüsse
150 ml Wasser

Die Nüsse im Standmixer fein mahlen und dann nach und nach das Wasser zugeben.
Wenn man keine Stückchen mehr spüren kann, die Mischung vorsichtig und unter beständigem Rühren erhitzen, bis sie cremig ist.

1 Prise Salz
1 EL Agavensirup
½ TL Zitronensaft

In die Cashewcreme rühren.

500g Zwetschgen
½ EL Kokosöl
je 1 MSP Zimt und Vanille
2 EL Zucker

Die Zwetschgen entsteinen und in Würfel schneiden.
Mit dem Zucker und den Gewürzen kurz im Kokosöl anbraten.

50ml Wasser
1 gestr. TL Agar Agar

Das Wasser erwärmen und Agar Agar unter Rühren einstreuen, dann drei Minuten kochen lassen.

Alles vorsichtig miteinander verrühren, solange es noch warm ist.

Da ich keine Ahnung hatte, ob die Masse tatsächlich fest werden würde, habe ich sie vorsichtshalber in einer Form auskühlen lassen.
Beim ersten Versuch war die Relation zwischen den Pflaumen und den restlichen Zutaten noch eine etwas andere und das Ergebnis war, fand ich, stichfester als nötig. Wenn man das erreichen möchte, nimmt man etwas mehr Agar Agar.

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Auch wenn die Optik – zugegeben – etwas unkonventionell war, fanden wir die „Torte“ geschmacklich sehr gelungen.
Also hab ich sie zum guten Schluss noch einmal „in schön“ gebacken.

Iris

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5 Gedanken zu “Auf Umwegen zur Pflaumentorte

    1. Durch die Kokosraspel wird der Boden recht süß, finde ich.
      Deswegen hab ich bewusst versucht, den Belag eher säuerlich zu halten.
      Wenn Du es süßer magst, würde ich einfach etwas mehr Zucker an die Früchte tun …

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  1. Und wie schön der geworden ist! Die Farbe ist ja echt der Knaller.
    Hallo liebe Iris,
    Mit „originellen Rezepten“ um die Ecke kommen, ist so ein schönes Kompliment. Vielen Dank. 🙂
    Bei den umher flirrenden Kokosraspeln musste ich schmunzeln – Das „sieht aber hübsch aus“ Gefühl kenne ich nur zu gut. 😀
    Kokosraspeln sind schon anders als Kokosmehl und durch das kräftige Buchweizenmehl ist der Kuchen wahrscheinlich etwas trockener geworden. Kokosmehl ist ja schon sehr saftig aber dein Kuchen sieht einfach super aus und zusammen mit dem cremigen Belag war er bestimmt richtig lecker. Wir haben seit letzter Woche erste Zwetchgen, noch schön fest und perfekt zum Kuchen backen. Mal sehen ob ich es dieses Jahr hinbekommen. Es gibt gerade so viele schöne, regionale Sachen. man weiß gar nicht, was man zuerst verarbeiten soll…
    Toll, Iris. Ich freue mich echt, dass du dem Kuchen eine Chance gegeben hast…
    Die Streusel hätten nur die schöne und unkonventionelle Optik verdeckt. 😉
    Viele liebe Grüße, Jenny

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    1. Ich hab wirklich Spaß an dem Rezept …
      Mittlerweile hab ich Kokosmehl da und werde es demnächst damit versuchen.
      Ansonsten schwebt mir vor, zum Herbst hin das Ganze mit Kastanienmehl und Bratäpfeln zu probieren.
      Das hat dann mit dem Original nicht mehr so sehr viel zu tun, wird aber bestimmt spannend! 😀

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      1. 😂😂😂 Hallo, Iris
        Ich freue mich, dass dir das Rezept so gefällt und, dass du es sogar weiterentwickelt hast. Echt schön. 😊 Ich hab Montag auch neues Kokosmehl gekauft! Ich finde Teige bekommen damit eine richtig schön fluffig, saftige Konsistenz… Kastanienmehl muss ich auch Mal probieren. Kastanien sind richtig lecker. Mit dem Mehl zu backen muss großartig sein. Ich mag z.b. auch total gern Grünkern Mehl, weil’s so schön nussig schmeckt…Ach, jaa, wir lassen es uns schon gut gehen, nicht… Ich hätte jetzt wirklich gern ein Stück von deinem Bratapfel- Kastanien Experiment 😄 aber ich muss Zwetschgen verarbeiten.
        Leckere und liebe Grüße, Jenny

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