Linsenreis mit „Lamm“

Ich gehöre einer Generation an, die mit parboiled Reis großgezogen wurde und die „Das kann der besten Hausfrau passieren: Klebriger, klumpiger Reis!“ und „Mühe allein genügt nicht!“ quasi in einem Satz zu hören gewohnt ist. Daher habe ich – trotz aller Beteuerungen, wie gesund und wohlschmeckend er doch sei – vollwertigen Reis immer mit einem gewissen Mißtrauen beäugt. Meine ersten Versuche, ihn selbst zuzubereiten, haben mir da durchaus Recht gegeben.
Die Reisrezepte meiner Bloggerkollegin Wili dagegen habe ich so begehrlich wie ehrfürchtig angestaunt …
Waschen … soso … über Nacht einweichen … ich weiß ja nicht …
Und das soll mit Vollkornreis funktionieren???
Die Zubereitung kommt mir ungeheuer kompliziert vor, spätestens dann, wenn auch noch eine leckere Kruste entstehen soll. Andererseits weiß ich ja, wie oft Geduld und Sorgfalt für das eigentliche I-Tüpfelchen sorgen …
Ich beschließe also, mich in kleinen Schritten heranzurobben.
Beim Waschen entsteht tatsächlich eine erstaunlich trübe Brühe. Dennoch lasse ich es mit zwei Waschgängen gut sein und weiche den Reis über Nacht in der doppelten Menge Wasser ein.
Nach ca. 20 Minuten Kochzeit auf kleiner Flamme ist der Reis nicht nur gar, sondern – juchhe! – auch körnig!
Ansonsten orientiere ich mich grob an ihrem Rezept für adas polo.
.
Die grünen Linsen sollen laut Kochbuch eigentlich 30 Minuten lang einweichen und dann 20 Minuten lang gekocht werden. Da mir etwas dazwischenkommt, erhöht sich die Einweichzeit allerdings auf mehrere Stunden, was zur Folge hat, dass ich die Linsen nur kurz aufkochen muß: Danach sind sie gar, aber noch bißfest – lehrbuchmäßig sozusagen …
Ich schneide eine große Oignon doux in feine Ringe, röste diese in Olivenöl und bestäube sie anschließend mit Curcuma und Cumin. Dazu gebe ich den Reis, die Linsen, sowie Pistazien und einige gewürfelte Datteln.

Und die ganze Zeit denke ich mir „dazu wäre Lamm lecker!“ … Ich habe früher sehr gerne Lamm gegessen …
Ich beschließe, mich an Sojalamm zu versuchen und bereite einen Sud aus
Rotwein
Gemüsebrühe
Lorbeer, Wacholder, Piment
Rosmarin, Salbei, Pfefferminz
Knoblauch
Cayennepfeffer
den ich aufkoche und einige Zeit lang ziehen lasse.
Anschließend durch ein Sieb gießen, erneut erhitzen und Sojaprotein etwa 10 Minuten darin einweichen.
Das abgetropfte Sojaprotein in Olivenöl scharf anbraten. Wenn es zu bräunen beginnt, einen Teil der Marinade zugießen und diese verdampfen lassen. Wiederholen bis das Sojaprotein den gewünschten Geschmack hat. Unter den Linsenreis heben.

Mengen pro Person:

½ Tasse Reis
¼ Tasse grüne Linsen
40 g Sojaprotein
1 halbe Oignon doux
2 – 3 Datteln
1 El Pistazien

Iris

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6 Gedanken zu “Linsenreis mit „Lamm“

  1. Das sieht fantastisch aus und liest sich richtig gut. Ich freue mich, dass meine Tipps so gut ankommen. Du wirst es vielleicht auch bemerken, dass diese Art des Reiskochens schnell selbstverständlich wird und dann gar nicht mehr aufwendig und kompliziert erscheint. Quasi wie Kartoffelschälen oder so 😉

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