Geburtstagskind

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Es kommt mir vor, als sei es erst ganz kurze Zeit her, dass ich einen plüschigen Welpen in den Innenhof getragen habe … und heute wird unser kleiner Major schon ein Jahr alt.
Für mich jedenfalls ist er immer noch klein, obwohl er genau genommen mit seinen 85 Zentimetern Schulterhöhe selbst für einen Patou groß ist. Victor und Freya jedenfalls überragt er deutlich …
Ab und an versucht er noch, zwischen meinen Beinen hindurchzulaufen, wie er das anfangs gern getan hat – jetzt allerdings lupft er mich dabei von den Füßen …

Allmählich zeigt er auch die Verhaltensweisen der „Großen“: hat er zunächst wacker den Innenhof „bewacht“ während die Erwachsenen nachts ihrer Arbeit nachgingen, ist er jetzt gemeinsam mit Freya unterwegs, während Victor, der nicht mehr gut laufen kann, die Stellung hält.
Regelmäßig sieht man ihn nun auch in der Einfahrt liegen, von wo aus er das ganze Hofgelände im Blick hat.
Kommen an Jagdtagen die Meuten zu nahe an unsere Weideflächen heran, reagiert er exakt so, wie es von einem Pyrenäenberghund erwartet wird: Er bewegt sich bellend auf die potentiellen Eindringlinge zu um diese so auf Distanz zu halten ohne dabei den Konflikt zu suchen. Kommt es doch einmal zu direktem Kontakt, wenn ein einzelner Hund sich weiter annähert, hindert er diesen am Weiterlaufen, zeigt jedoch keinerlei Aggression.
Fremde Menschen werden zunächst verbellt. Sind sie ihm jedoch einmal „vorgestellt“ worden, benimmt er sich verblüffend gut für sein Alter: so habe ich zum Beispiel noch nie beobachtet, dass er einen Menschen angesprungen hätte.

„Gehorsam“ spielt bei Herdenschutzhunden eine eher untergeordnete Rolle, schließlich sollen sie ohne Anweisung des Menschen ihre Arbeit tun und dessen Wünsche durchaus auch ignorieren, wenn sie die ihnen anvertrauten Weidetiere in Gefahr sehen. Dennoch ist es natürlich angenehm, sie zu sich rufen zu können sofern sie gerade abkömmlich sind, und es freut uns sehr, dass dies bei Major bislang hervorragend klappt. Manchmal denke ich, er hat selbst den allergrößten Spaß, wenn er auf meinen Ruf hin so rasant herangeprescht kommt, dass er Schwierigkeiten hat, vor mir zum Stehen zu kommen. Ansonsten hat er verstanden, dass „sich setzen“ in fast allen Lebenslagen zur Erfüllung seiner Wünsche führt: wer sich setzt, bekommt seinen Futternapf oder auch mal eine Knabberei; wer sich setzt, wird geknuddelt, was er ganz außerordentlich schätzt.
Manchmal, wenn er sehr dringlich etwas möchte, kann man kaum einen Fuß vor den anderen setzen.

Dann wieder verhält er sich ganz und gar kindlich: Tanzt und hoppselt um uns und die anderen Hunde herum und ist voll von den schönsten Hoffnungen, jemand möge auf seine Spielaufforderungen eingehen.
Sich selbst überlassen, trägt er gerne Gegenstände umher: Unsere Eimer und Gießkannen finden wir mittlerweile überall auf dem Hofgelände, der Verbleib von Victors und Freyas Futternäpfen ist ein großes Rätsel …
Ich könnte mich kringeln, wenn er voller stolz den Favoriten unter all seinen „Spielzeugen“ mit sich herumträgt: eine kleine lila Kindergießkanne …

Iris

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