Familie Heinzelschwein

Zugegeben: Es sah wüst aus im Gewächshaus. In den Reihen zwischen den Pflanzen und auf den abgeernteten Flächen wuchs schon ein Weile hohes Gras. Die ein oder andere Ecke machte indes noch ein ganz passablen Eindruck. Da es immer vieles zu tun gibt und der Bewuchs das Ernten nicht sonderlich beeinträchtigte, blieb das Aufräumen im Gewächshaus unerledigt. Dass dies nicht wirklich zweifelsfrei richtig war, könnte durchaus der Anlass für den letztnächtlichen Besuch der Familie Heinzelschwein gewesen sein, die sich einmal gründlich umgesehen und wie stets ihr Bestes gegeben hat.

Was ich heute (zumindest vorläufig) lernen durfte: Wildschweine respektieren Wege auch  dann, wenn es nicht die ihren sind. Sie gehen die Pflanzreihen entlang und sind dabei so geschickt, dass die an Schnüren wachsenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Da wo gestern noch eine kompostierbare Pflanzfolie via Lochreihen die Position der abgeernteten Rote Bete erkennen ließ, war nun von der Pflanzfolie nichts mehr zu sehen, dafür die Fläche beinahe gleichmäßig durchwühlt.

IMG_20554-web

Die zu Referenzzwecken solitär wachsende Zucchini haben die Heinzelschweine elegant umrundet, um direkt dahinter ihr Fräswerk wieder aufzunehmen.

Ein Teil der Kohlrabi wartete bis heute auf seine Verarbeitung: Sie wurden fachgerecht ausgebuddelt und schadlos bis zur Gewächshausfolie geschoben, wo ich sie dann einsammeln durfte. Da war soweit nichts zu beanstanden. Nicht ganz so gelungen war die ähnlich strukturierte Ernte der Möhren, die wir gerne noch wenig hätten wachsen lassen mögen. Aber auch sie waren nicht beschädigt, sondern nur ein wenig unordentlich abgelegt. Davon ausgehend, dass es bei Familie Heinzelschwein vermutlich nur eine Fachkraft und aber gleich drei Auszubildende gab, ist auch dies durchaus noch eine dankenswert ausreichende Leistung. Nicht so recht wussten die nächtlichen Überraschungsvolontäre, was denn nun bei den abgeernteten Kohlpflanzen und beim Basilikum die Aufgabe sein könnte …

Nach getanem Nachtwerk hat sich das Familienunternehmen dann eine jobnahe Schlafstatt gesucht. Vermutlich war es Mama Heinzelschwein, die an der strategisch gut gewählten Position direkt unterhalb der stets tropfenden Wasserverteilung genächtigt hat, während sich die drei anderen putzig kleinen Schlafkuhlen in einer Reihe zwischen Erdbeerbeet und Terrassenmauer fanden. Alles wohlorganisiert: Gut, dass es ohnehin besser ist, sich an die Mitwirkung von Heinzelwesen gar nicht erst zu gewöhnen …

Bernd

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s