Brian

Ich hege keinerlei Zweifel daran, dass Brians Himmel voller Pinienzapfen hängt!
Dieser Hund war schier besessen von Pinienzapfen: Unermüdlich hat er sie herum- und herangeschleppt, ist ihnen hinterhergejagt und hat sie in jungen Jahren sogar minutenlang auf dem Kopf balanciert.
Gleich nach Pinienzapfen kamen Steinchen – eine Passion, die sein Gebiß erstaunlich gut weggesteckt hat. Ganz egal, ob ein anderer Hund buddelte, oder ein Mensch schaufelte: Brian gierte nach STEINCHEN! Es muss wehgetan haben, wenn sie beim Schaufeln versehentlich auf seinem Kopf gelandet sind und nicht immer waren die anderen Hunde „amused“ wenn er beim Buddeln fast unter sie gekrochen ist, aber er wollte die Steinchen. Seine „Beute“ hat er dann gern auf seinen eigenen Vorderpfoten abgelegt, aber auch auf Türschwellen und auf den Knien und Füßen von Menschen, die er schätzte.

Brian hat 14 Jahre lang als Hofhund auf Durantis gelebt, nachdem der Besitzer seiner Mutter den „überzähligen Welpen“ am Straßenrand angebunden hatte, auf dass jemand sich erbarmen und ihm ein Zuhause geben möge. Er hatte eine Hundehütte, auf der sein Name stand, regelmäßige Mahlzeiten und Menschen, die freundlich zu ihm waren. Geduldet von den Herdenschutzhunden und ohne Zwinger- oder Kettenhaltung hat er es gar nicht einmal schlecht getroffen.
Lieber allerdings wäre ihm eine Familie gewesen, da bin ich mir sicher.

brian_8741-web
Und ich hatte mich immer gefragt, warum ausgerechnet diese Topfpflanze nicht recht gedeihen wollte …

Stattdessen hat Brian sich stets denjenigen Menschen angeschlossen, die er gerade vorfand.
„Generationen“ von Feriengästen und Volontären waren entzückt von dem treuen Begleiter, der nicht von ihrer Seite wich. „Er hat die ganze Nacht vor unserer Tür gelegen!“ haben wir wieder und wieder gehört. Durchaus auch von Gästen, die gleichzeitig hier waren …
Dass der clevere kleine Kerl ruckizucki raushatte, wer wann aufzustehen pflegte und deswegen stets zur rechten Zeit vor der richtigen Tür lag, haben wir mal dezent für uns behalten …
Brian hat ungezählte Türen bewacht, Pinienzapfen apportiert, Steine hergeschenkt, er hat Wanderer begleitet, Kinder von ihrer Angst vor Hunden kuriert. Brian war nett.
Mitnehmen hat ihn trotzdem niemand wollen …
Und so ist er hier alt geworden. Als ungewolltes Kind, als Hund, der nicht gebraucht wurde.
Aber weil er ein Hund war, hat er unverdrossen das Beste aus seiner Situation gemacht.

In letzter Zeit begann er, abzubauen, das war nicht zu übersehen.
Anfangs hat er uns morgens noch wie immer zur Arbeit begleitet und nur in der Mittagshitze den Rückweg nicht geschafft, so dass ihn abends jemand holen musste. Später ist er am Hof geblieben und hat dort im Schatten gelegen. Als er immer müder wurde, haben wir ihm ein Kuschelbett in der Wohnküche gebaut, auf dem er gerne seine Siesta und schließlich auch seine letzte Nacht verbracht hat.
Heute Morgen wollte er noch einmal auf den Hof hinaus und ist kurz darauf dort gestorben, genauso leise und unauffällig, wie er gelebt hat.
Wir haben haben ihm einen Pinienzapfen in sein Grab gelegt.

Iris

Advertisements

3 Gedanken zu “Brian

  1. Erst kürzlich hatten wir extra unterwegs angehalten, um ihm einen Pinienzapfen mitzubringen, und jetzt ist er nicht mehr da … Wir werden ihn vermissen – er war auf seine ganz eigene Art sehr besonders!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s