Vom Grauen im Garten und den Wundern der Technik

Ich gehöre zu der schrumpfenden Anzahl der Menschen, die ihr Handy tatsächlich ausschließlich zum Telefonieren (und auch das nur widerwillig) benutzen. Mit Faxen, wie der Installation individueller Klingeltöne habe ich mich nie befasst, sondern mit denen vorlieb genommen, die das jeweilige Handy halt mitbrachte.
Bei demjenigen Modell, welches ich nunmehr seit knapp 10 Jahren in Betrieb habe, wäre es allerdings eine gute Tat gewesen: Die Töne, die es von sich gibt, sind wirklich abscheulich!
Umso schöner, dass sie nun von einem ganz unverhofften Nutzen sind:
Etwas (wir haben ein Reh in Verdacht) dringt nachts in den Garten ein und weidet den Salat ab. Ausschließlich den schönen, jungen übrigens – die Pflanzen, die zu schießen beginnen und sich nur noch zum Verfüttern eignen, lässt es fein stehen.
Merkwürdige Geräusche, wissen wir, können ein Reh wohl abschrecken und so erhält mein liebes altes Handy einen Gefrierbeutel-Schlafsack und darf seit neuestem im Salatbeet übernachten, wo es ununterbrochen vor sich hin dudelt und kräht.
Und … voilà! … der Salat bleibt unbehelligt!

Da ich nicht nur eine lebhafte Phantasie habe, sondern auch eine ziemliche Schissbuxe bin, kommt es mich hart an, in der Dunkelheit allein in den Garten zu gehen: Nicht alles, was hier Garten genannt wird, ist auch am Haus …
Ich versuche, mich mit dem Gedanken zu trösten, daß ich nichts fürchten muss, weil wir ja Hunde haben.
Die Patous ihrerseits finden Rehe ungefährlich und mich durchaus alt genug, das eben allein zu erledigen. Also ermutige ich meinen treuen Begleiter Oskar, der tagsüber durchaus gerne mitkommt, da für geduldiges Warten neben den Beeten immer mal eine Erdbeere für ihn abfällt. Diesmal jedoch „verliere“ ich ihn unterwegs und finde ihn erst bei meiner Rückkehr wieder: Treu und geduldig hat er vor der Tür darauf gewartet, daß man ihn ins Haus lassen möge …
Ein stärkendes „Wenndawaswärewürdendiehundedochbellen“ Mantra vor mich hin murmelnd mache ich mich also allabendlich allein auf den Weg.

Gestern allerdings habe ich tatsächlich etwas aufgeschreckt: Ich habe ein lautes Rascheln gehört und eine Bewegung im Gebüsch sehen können. Und dann hat es geschnaubt. Schnauben Rehe???
Oooookay, das nachfolgende Knurren ist vermutlich meiner überbordenden Phantasie geschuldet, die ich daraufhin streng zur Ordnung rufe, damit ich nicht im gestreckten Galopp zum Haus zurück flüchte. Während meines (mühsam) geordneten Rückzuges eilt endlich ein Hund zu meiner Rettung herbei!

IMG_17865-webEs ist ausgerechnet der kleine Major und wie sich zeigt, ist er höchst erleichtert, mich gefunden zu haben – offenbar ist ihm die ganze Unternehmung ebenso unheimlich, wie mir.
Dennoch fühlen wir uns zu zweit gleich viel mutiger und können so geradezu entspannt zum Haus zurückschlendern.

Iris

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