Kollege Solartrockner …

… hat seinen Dienst angetreten: Seit Samstag steht er auf der Terrasse, seit vorgestern sind seine zwölf Schubladen gefüllt. Drei Quadratmeter Trockenfläche hungern künftig nach stetem Nachschub an Blättern, Blüten, Gemüse, Kräutern und Obst.

Der Plan ist fast so alt wie der Gedanke an einen Hofkauf. Die erste Bauanleitung war schon beim Umzug dabei: Ihre Grundlage war die Nutzung von gereinigten Aluminium-Druckplatten aus dem Rollenoffset. Viel Zeit ist seither verstrichen und die Druckplatten (ohnehin ökologisch recht zweifelhaft) haben derweil den Planeten weitgehend verlassen.
In all den Jahren haben wir übergangsweise mit ein paar Trockengestellen und in der Sonne
getrocknet: Das geht dem Grunde nach auch ganz gut, hat aber naheliegenderweise bei Wind und der ersten undichte Wolke so seine Tücken. Wann immer ich anderenorts einen selbstgebauten Solartrockner zu sehen bekam, habe ich ihn gerne (in aller Regel leise bewundernd) im Detail angeschaut und mir auch nur entfernt Ähnliches der Einfachheit halber nicht zugetraut (man hat ja auch so das ein oder andere zu tun).

Der Gedanke wollte indes nicht weichen: Es ist halt so, dass das Trocknen in vielen Fällen die angemessenste aller möglichen Konservierungsvarianten ist. Es gibt keine einzuhaltenen Mengen oder Volumen; Lagerzeit und Verwendungsmöglichkeiten sind beachtlich. Der Haken, der bei genauer Betrachtung dann doch keiner ist: Zum Trocknen eignen sich nur ausgereiftes sowie schadloses Obst und Gemüse sowie sorgfältig gesammelte Blätter, Blüten und Kräuter. Das kommt einem Qualitäts-Junkie am Ende einigermaßen entgegen. Als der Zufall auch noch zu einer Bekanntschaft mit einem netten Metallverarbeiter führte, wurde die Ausredendecke dünn. Also wurden die Metallteile nach einer Skizze angefertigt und der Rest danach passend gemacht.

Das Prinzip ist denkbar simpel: Die Sonne erwärmt durch eine Glasplatte einen schwarzlackierten Metallkorpus: Zwischen beiden steigt die Luft in den Boden eines Schränkchens, quält sich dort durch die verschiedenen Schubladen mit Lochblechböden, um schließlich die entzogene Feuchtigkeit oben wieder abzugeben … Einige Schubladen sind schon zweiten Mal befüllt, die ersten Ergebnisse stimmen optimistisch.

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