Farewell, Valentini!

Vermutlich kann man mit Hunden auch leben, ohne ihnen Spitznamen zu geben. Aber mit ist es definitiv lustiger!
„Laoli“ wird Valentina gerufen, weil sie bei der morgendlichen Begrüßung so schön die Laola macht. „Töff Töff“, weil sie anfangs beim Hochheben immer so ein „öff!“-Geräusch gemacht hat. Und weil sie immer noch wie ein kleiner D-Zug angerast kommt.

Spektakuläres gibt es nicht zu berichten aus den letzten Tagen – und das ist richtig gut so!
Trotz der eher ungünstigen Startbedingungen hat Valentina begonnen, sich wie ein ganz normales Hundekind zu entwickeln: Neugierig, zugewandt und immer sehr darum bemüht, das Richtige zu tun.
Im Umgang mit Menschen hat sie schnell gelernt, dass Sitzen lieber gesehen wird, als anspringen und bietet dieses Verhalten eifrig an, auch wenn ihr Temperament manchmal noch mit ihr durchgeht. Ich könnte mich kringeln, wenn ich beobachte, wie sie ausprobiert, ob ein artiges „Sitz“ wohl auch Freya gnädig stimmen könne …
Die „Chimären-Phase“, in der sie sich nach zu ausgedehntem Toben in einen Aal mit gefühlt acht strampelnden Beinen und einem Haifischgebiss verwandelte, ist offensichtlich ausgestanden, stattdessen sucht sie häufig von sich aus ihr Hundebett auf und macht dann nur noch durch gelegentliches wohliges Grunzen auf sich aufmerksam.
IMG_16162-webUnsere kleine Zappeline an ihr Geschirr zu gewöhnen, war dann einfacher als gedacht: Eine Hand voller Futterbröckchen, die ihr vormachte, wo hinein in dem komischen Gewirr sie ihren Kopf stecken sollte, ein bißchen Geduld, um alle Pfoten an die richtige Stelle zu sortieren und dann – noch bevor sie ihr neues Outfit unbequem und hinderlich finden konnte – ein Spaziergang mit Onkel Oskar!

Dass meine Zeit mit dem „Valentini“ begrenzt sein würde, war von Anfang an klar und ich habe – neben ihrer Erziehung – nicht wenig Zeit darauf verwandt, eine neue Familie für sie zu finden. War aber auch – zugegeben – nicht wirklich traurig, wenn nichts daraus wurde. „Ein bisschen noch …“, hab ich gedacht … „ein bisschen noch …“ …
Nun ist unser bisschen Zeit vorbei: Ganz unbeschadet all unserer Bemühungen hat der Zufall Menschen auf unseren Hof geführt, die einen Border Collie suchten. Und ihn mit unserem kleinen „Kragenbär“ offenbar gefunden haben.
Sie bekommen einen großartigen Hund!
Und ich hoffe sehr, dass sie ihm noch viele alberne Spitznamen geben werden!

***

IMG_16147-webZum Abschied macht Valentina mir ein Geschenk:
Als wir sie alle (Menschen und Hunde) zum Auto ihres neuen Frauchens begleiten, das außerhalb des Hofgeländes geparkt ist, gerät sie sehr in Aufregung und läuft weg!
Das Heranrufen unter Ablenkung haben wir überhaupt noch nicht zu üben begonnen und natürlich ist es in diesem Moment ganz besonders schwierig, aber jetzt bleibt mir gar nichts anderes übrig, als den Versuch zu wagen:
Ich rufe sie bei ihrem Namen, hocke mich hin und breite meine Arme aus … und der kleine D-Zug kommt tatsächlich noch ein letztes Mal auf mich zugedonnert!

Iris

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