„Umzug“ der Schafe

… war angesagt.

Wenn sie auf das Rascheln ihrer Futterdose hin nicht nur zum Zählen antreten, sondern anschließend mit zum Tor kommen und versuchen, sich hindurchzuzwängen, bedeutet das soviel wie „wir haben hier alles abgeweidet und würden gerne woanders weitermachen“.
Es empfiehlt sich, diesen Hinweis ernstzunehmen – tut man es nicht, werden die Scouts ausgeschickt, um Löcher im Zaun auszumachen, damit man den erwünschten Umzug ohne menschliches Zutun über die Bühne bringen kann.

Normalerweise ist das nicht weiter kompliziert: Ich laufe mit der Rascheldose vor ihnen her, Bernd hinter ihnen, um dafür zu sorgen, dass niemand allzu sehr trödelt oder womöglich doch spontan abbiegt.
Heute jedoch wollte eines sich der Reisegruppe partout nicht anschließen.
Aus gutem Grund: Es hatte ein Lamm!

IMG_13890-webIn diesem Fall werden Mutter und Kind in ein fuchssicheres Gehege direkt am Haus verbracht, wo sie bleiben, bis das Lamm so groß ist, dass er keine Gefahr mehr darstellt.
Auch das ist nicht weiter kompliziert. Unsere Schafe sind voller Vertrauen: Nimmt einer von uns das Lamm auf den Arm und trägt es langsam Richtung Gehege, kommt die Mutter in aller Regel problemlos mit. Dabei halten die beiden normalerweise Kontakt, indem sie einander rufen. Neugeborene Lämmer jedoch werden ganz still, wenn man sie auf den Arm nimmt. Sollen sie nach ihrer Mutter rufen, muß man sie auf den Boden setzen. Deren Antwort klingt ganz anders, als die Stimme, die wir sonst von unseren Schafen kennen: Leise, vorsichtig und irgendwie heiser …

Beides gleichzeitig zu versuchen, war geringfügig gewagt, aber auch alternativlos: Bei dem Versuch, die Mutter durch das Tor zu lassen, hätten die anderen sich so oder so mit hindurchgezwängt.
Dass der Weg zur neuen Schafweide über ein anderes Weidegelände führte, war ein weiteres klitzekleines Erschwernis.
Das wir problemlos gemeistert hätten, wenn nicht die beiden Ponies a. ebenfalls große Freunde der Rascheldose wären und b. die Gelegenheit, auf eine frische Weide umzuziehen, nicht auch höchst attraktiv gefunden hätten.
Ehe ich’s mich versah, hatten die Ponies die Schafe abgedrängt und die frische Weide zu ihrer erklärt, während diese das „Ponygrundstück“ stürmten. Was kein Problem gewesen wäre, wenn ein „Ponyzaun“ auch ein Schaf bremsen könnte …

Also „Zwangsräumung“:
Mit dem Führstrick (der nur selten zum Einsatz kommt, weil auch die Ponys normalerweise freiwillig folgen) die beiden zur Ferienwohnung gebracht: Da ist zwar kein Zaun, aber der Rasen ist lecker.
Anschließend mit Engelszungen die Schafe – die mittlerweile auch gemerkt hatten, dass sie falsch abgebogen waren – auf die Weide gelockt.

Der Rest war dann tatsächlich beinah unkompliziert: Wir mussten nur noch das Mutterschaf, das die frische Weide natürlich auch attraktiv fand, dazu bewegen, dennoch weiter seinem Lamm zu folgen. Und den aufgekratzten Rest daran hindern, uns bei dieser spannenden Aktion zu begleiten.
Und natürlich die Ponies wieder einsammeln. Die hatten den leckeren Rasen erwartungsgemäß nicht verlassen, waren aber auch nicht willens, das in nächster Zeit zu tun: Angesichts des Führstrickes ist Caramel im Galopp vor mir davongelaufen. Glücklicherweise ist sein Kumpel Scarface in solchen Situationen deutlich kooperativer …

Führt man den einen, folgt der andere und so hatten wir nach nur einer Stunde tatsächlich alle Tiere da, wo sie hingehörten. Für eine Gesamtdistanz von ca. 250 Metern gar nicht mal so übel!

Iris

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