Vogelmiere

… habe ich schon als Kind kennen gelernt.
Mein Großvater hat mich damals gelehrt, dass Ponys, die man gerne füttern möchte, diese sehr viel attraktiver finden, als ausgerupfte Grashalme.

Dass sie auch für Menschen bekömmlich ist, habe ich erst sehr viel später erfahren.
Der Versuch, sich nicht nur von regional und saisonal erhältlichem Gemüse zu ernähren, sondern dieses auch soweit als möglich selbst anzubauen, lässt ein solches Wissen in ganz anderem Licht erscheinen:
Ob es nun der Klimawandel, oder schlichtes Pech war – das Wintergemüse will nicht so recht. Und – seien wir ehrlich – selbst wenn es ganz trefflich gedeiht, sehnt man sich irgendwann nach Abwechslung. Nach meinem ersten Winter hier ist mir der Broccoli jedenfalls schier aus den Ohren rausgekommen …
Das Frühlingsgemüse wird jedoch noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Was aber, zumal im Gewächshaus, schon jetzt ganz prachtvoll gedeiht ist Unkr … ähem, sind Wildkräuter!
Doch, ich verspüre eine gewisse Hemmschwelle – ähnlich wie bei selbst gesammelten Pilzen rumort irgendwo die Sorge, alle umzubringen mit meinem Essen …
Ich beginne also mit einer Handvoll Vogelmiere als Zutat einer Kräutervinaigrette zu Endiviensalat mit gehackten Walnüssen und Apfelstückchen. Lecker!

Beim zweiten Versuch habe ich schon etwas mehr Mut:

3 Handvoll Vogelmiere fein gehackt
1 kleine Zwiebel fein gewürfelt
1 Stich Butter
1 – 2 EL Mehl
½ L Gemüsebrühe
1 Schuß Sahne
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Die Zwiebel in der Butter anschwitzen, anschließend das Mehl zugeben.
Unter beständigem Rühren die Gemüsebrühe langsam angießen.
Die Vogelmiere hinzufügen und kurz kochen lassen.
Mit etwas Sahne und Pfeffer abschmecken.

In der Suppe entwickelt die Vogelmiere ein leicht pikantes, ansonsten aber sehr feines und unaufdringliches Aroma.
Ich hatte eingangs überlegt, mit Weißwein, Muskat und vielleicht ein bißchen Käse abzuschmecken … jetzt bin ich froh, dass ich es gelassen habe. Die schlichte Variante ist, so wie sie ist, ganz wunderbar!

Iris

Stellaria media · Mouron blanc · Gewöhnliche Vogelmiere

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