Die letzte ihrer Art

Nachdem eine im Vorjahr in der Gärtnerei erworbene Lupine recht gut gediehen war und sich überdies ohne unser Zutun auch vermehrt hatte, wurde die Lupine zum „hofkompatiblen Gewächs“ erklärt: Pflegeleicht bis unverwüstlich.

Zu einem Bauernhof, der etwas auf sich hält, finde ich, gehört ein ebensolcher Garten, zumindest aber überquellende Blumenkästen und -kübel. Eine Besucherin hat meine diesbezüglichen Bemühungen denn auch sofort als „touche féminine“ identifiziert.
Als angehende Bäuerin habe ich allerdings schnell begreifen müssen, dass für aufwendig zu hegende Beete schlicht nicht genügend Zeit zur Verfügung steht.
Dekorative Pflanzen, die, einmal angepflanzt, selbst für ihren Fortbestand sorgen, schienen mir da ein gutes Konzept zu sein.

An der Lupine fanden wir darüber hinaus interessant, dass man sie zur Befestigung von Hängen einsetzen, sowie zur Anreicherung mageren Bodens nutzen kann. Und als Lebensmittel …

So nahm in Form eines Tütchens mit Samen das „Projekt Lupine“ seinen Anfang.
Da es nicht darum ging, ein Beet anzulegen, sondern die Pflanzen später weiträumig zu verteilen, habe ich in Töpfchen gesät. In einer Unmenge klitzekleiner Töpfchen, die ein bis zwei mal täglich liebevoll und vorsichtig befeuchtet wurden.
Und obwohl während einer sommerlichen Dürreperiode die Bewässerung von Zierpflanzen untersagt war, weswegen wir auf benutztes Spül- und Duschwasser ausweichen mussten, sind die Pflänzchen zunächst wacker gediehen. Nachdem sie im Gelände verteilt waren habe ich Kilometer um Kilometer zurückgelegt, die 11-Liter-Gießkanne in der einen, mein Sprühfläschchen in der anderen Hand, um weiterhin alle liebevoll zu versorgen.

Wie es den Schafen bei einem einzigen Ausbruch aus ihrer Weide gelingen konnte, sämtliche kleinen Lupinen zu orten und zu verspeisen, wird ihr Geheimnis bleiben.
Eine einzige haben nicht etwa die Schafe übersehen, sondern ich: Sie stand noch in ihrem Anzuchttöpfchen auf der Terrasse und hatte so das Gemetzel überlebt.
Dort steht sie immer noch, wenn auch jetzt in einem Blumentopf.
Sollte sie den Winter überstehen, ist es mir immerhin gelungen, einen echten Überlebenstyp heranzuziehen.

Iris

Lupinus · Lupin · Lupine II

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